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Erinnerung an M.

Es war am letzten Schultag vor den Faschingsferien 2006. Ich war 15, er 23, wir waren seit eineinhalb Monaten zusammen. Ich war noch völlig unerfahren, er wohl eher nicht. Ich war in ihn verliebt gewesen. Doch das Gefühl der Verliebtheit, wie es in Büchern und Filmen beschrieben wurde, blieb bei jedem unserer Treffen aus. Zumindest seit unserem ersten Kuss. Ich tat das als ganz normal ab. Von seinen Gefühlen wusste ich ziemlich wenig.

Er holte mich von der Schule ab. Zu Hause verzogen wir uns in mein kleines Zimmer und sahen eine DVD an. Wie immer. Wir küssten uns, wie immer. Doch plötzlich fühlte ich ein halb wohliges, halb beängstigendes Gefühl meine Körper durchzucken und stellte fest, dass seine Finger in meinen BH gewandert waren. Als er versuchte, mein Shirt über meine Kopf zu ziehen, bot ich allen Widerstand, den ich aufbringen konnte. Ich war noch nich bereit, mich ihm zu entblößen. Aber ich traute mich auch nicht, das so offen auszusprechen. Was hatte eine 15-Jährige einem 23-Jährigen schon zu entgegnen? Kurz bevor er mich erwürgte bei dem unablässigen Versuch mich auszuziehen, gab ich nach. Was hatte ich schon zu verlieren? Meine einzige Angst galt dem Gedanken, was er noch wollte. Seine muskulösen Arme hoben mich hoch, doch ich stemmte mich mit aller Kraft dagegen, wissend, was er vorhatte. Er ließ nicht ab und als meine Kraft zu schwinden drohte, bot ich ihm die Gelegenheit, meine BH zu öffnen. So lag ich nun vor ihm. Entblößt, wie ich es nicht sein wollte. Vor ihm, wo ich nicht sein wollte. Und fühlte mich wie ein Objekt, das ich nicht sein wollte.

Zwei Wochen später:

Er hatte mich zu ihm mitgenommen. Sein Zimmer im Keller bot einiges an Privatssphäre. Privater als bei mir, abgeschottet von jeglicher Störung. Vielleicht war es das, was sofortiges Unbehagen in mir auslöste.

Nachdem er mich bekocht hatte (ich liebte es, wenn er das tat, obwohl es im Endeffekt nur sein Beruf war), führte er mich nach unten. Das mittelgroße Bett mit dunkelblauem Lacken dominierte das Zimmer. Abgesehen davon waren nur ein spärliches Regal, ein Fernseher und eine von Klamotten übersähte Couch darin. Und natürlich die Schwarzlichtröhre, die ihre Wirkung auf ein simples Betätigen des Lichtschalters entfaltete. Der Gedanke durchfuhr mich, mit wie vielen Frauen er wohl schon hier gewesen sein könnte. Denn mit 23, so wusste ich, war er alles andere als unerfahren.

Die Matratze war bequem und schnell fanden wir eine gemütlich Position um fernzusehen. Oft wünschte ich mir, etwas Romantischeres mit ihm zu unternehmen. Um der Abwechslung wegen. Aber ich tat es als Idealvorstellung, die in Büchern und Filmen publiziert wurde und die nichts mit der Realität zu tun hatte ab. Denn von der Realität des Liebeslebens wusste ich herzlich wenig. Und so konnte ich mich nur auf das stützen, was er mir in unserer Beziehung bot: Fernsehschauen.

Er war notorisch kusssüchtig, damit hatte ich mich bereits abgefunden. Keine 5 Minuten vergingen ohne Küsse. Wenn es nur das gewesen wäre, wäre es kein Problem für mich gewesen. Auch ich liebte es zu küssen. Doch er war 23, er hatte andere Bedürfnisse.

Wieder einmal ließ ich mich oben herum ausziehen. Ob ich es wollte oder nicht, wusst ich selbst noch nicht. Aber wen interessierte das schon? Ich hatte mich schon einmal so vor ihm ausgezogen - nicht ganz freiwillig, aber das änderte ja nichts an der Tatsache. Schlimmer als das erste Mal, wo ich mich so entblößt hatte, konnte es schließlich nicht werden. Ich ließ es über mich ergehen.

Plötzlich fummelte er an meiner Jeans herum und Panik machte sich in jeder Zelle meines Körpers breit. Bevor ich mich versah, schützte mich nur noch ein Slip. Vor dem, was ich nicht wollte. Vor dem, was mir heilig war.

"Darf ich", hörte ich ihn flüstern. Mein Antwort bedurfte keinerlei Überlegung und kam promt: "Nein, bitte nicht", sagte ich und versuchte so sanft wie möglich zu klingen, um ihn nicht zu verärgern. Ohne etwas zu erwidern streichelte er meinen Bauch, doch schon bald spürte ich seine Finger wieder tiefer wandern. "Nicht", sagte ich noch einmal, dieses Mal schon flehender und ich hoffte, dass er es verstehen würde. Aber seine Finger machten immer weiter, wanderten immer tiefer, ob ich es wollte oder nicht. Ich konnte mich nicht bewegen, konnte nicht widersprechen, hatte nur Angst. Es tat weh, was er machte und ich wollte, dass er aufhörte. Doch mein Mund blieb verschlossen.

Auf der Heimfahrt sagte er auf einmal: "Ich hätte nicht gedacht, dass du schon so weit bist"

Mit einem bitteren Lächeln erwiderte ich "Es hat sich ganz gut angefühlt"

Meine Gedanken behielt ich für mich. Recht viel mehr hatte ich auch nicht mehr.

13.4.09 00:31
 


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